Yo soy: Exhibition

Exhibition at CaixaForum, Madrid

Homo Ludens, caixaForum, Madrid

TryOut: 2. Portrait

Serie von Selbstportraits mit der AI Software Style Transfer von http://www.playform.io.
Das Originalfoto stammt von einem Aufenthalt in Reykjavik/Island 2015

TryOut: 1. Animationtest

Mein erstes Projekt mit der AI Software von https://www.playform.io. Die Website wurde mit einigen meiner Zeichnungen gefüttert und gab mir dann verschiedene morphologische Formen zurück. Comments?

Serie Unterwegs 4

Ach, was gäb ich drum.. die sicheren Pfade der Heimat unter meinen Füssen spüren zu dürfen. Dieser Tag im Paradies ist noch nicht zur Neige gegangen und ein Unglück legt sich wie ein tiefdunkler Schatten über unsere Herzen.
Kevin Minion lies sein Leben.
Die Fluten des Piscina Niños nahmen seinen letzten Atemzug. Wir trauern. Unsere Gedanken an ihn werden seinen Namen unvergesslich in die Geschichte eintragen.
Ach je, der Pegel des Spaßometers versinkt irgendwo dort, wo der Himmel das Meer liebkost. ‚Seufz‘

Serie Unterwegs 3

Ach, was gäb ich drum… im Kreise lieber Menschen das abendliche Mahl genießen zu dürfen. Erdäpfelstäbchen mit leichtem Röstfettaroma und eine Gemüseauswahl well-done, gereicht zu frisch auf dem Felde erlegtem Federvieh. Nun denn, ich ergebe mich meinem Schicksal. Und erblicke leidvoll, umhüllt vom kühlen Hauch der Meeresbrise, das der See entrissene Früchteangebot. Schwarze Pünktchen krönen die Speisenvielfalt, jedoch wird deren noch nicht geborenes Leben alsbald meinen Schlund passieren.
Ach je, die Wahrheit findet sich irgendwo dort, wo der Himmel das Meer liebkost. ‚Seufz

Serie Unterwegs 2

Ach, was gäb ich drum… das Geflüster des lieb gewonnenen heimischen Wasserlaufs aurikular wahrzunehmen. Schweren Herzen werd ich Gewahr der tosenden Wellen, die sich im Angesicht des aufgehenden Feuerballs furchtlos den Dünen entgegenwerfen. So wie der Himmel sein dunkles Schwarz dem Tag-Blau opfert, versiegt auch die Kraft des Oceano Atlantico ohne Unterlass entlang des schmalen Küstenstreifens, auf dem ich wandle.
Ach je, das Glück findet sich irgendwo dort, wo der Himmel das Meer liebkost. ‚Seufz‘

Serie Unterwegs 1

Ach, was gäb ich drum… ein Wölkchen am Himmel zu erblicken. Erfrischende Tröpfchenquelle am azurblauen Firnament. So sitz ich hier im schattenspendenden Palmenhain wissend, das auch dieses Getränk zum Teil der Hitze Tribut zollen wird. Während mir die sanfte Brandung die Füße küsst, ertrage ich auch heute wieder, das dieses Opfer die Schwüle, der einen weiten Weg gereisten Passatwinde, nicht gnädig stimmen wird.
Ach je, die Antwort liegt irgendwo da, wo der Himmel das Meer liebkost.
‚Seufz‘

Serie Memories: Der Makro- im Mikrokosmos

Man mag es kaum glauben: in Kaiserslautern war die Welt zu Gast. Klingt für die meisten nach Selbstüberschätzungung einer Provinzstadt, aber als Gebürtiger von dort muss ich hier etwas intervenieren. Seit meiner Kindheit war die Welt in Form amerikanischer und französicher Soldaten vor Ort. Hat nicht weiter gestört, gehörte irgendwie dazu und besondes das amerikansiche war mitbestimmend im Alltag: amerikanische Bands in Musikkneipen, amerikanische Schulkinder beim Anschauungsunterricht in der Stadt, die Housing Areas, die für Deutsche nicht zugängliche Einkaufs-Mall Pierks, u. v. a. m.

Das, und der umfangreiche Geschichtsunterricht im Gymnasium bildeten bei mir ein recht gespaltenes Bild der eigenen Herkunft, und schon gar nicht so etwas wie ein eigenes Nationalbewusstsein. Da hatten es die Franzosen besser. Fast mit etwas Neid, auf jeden Fall mit Neugier sah ich die Nationalfeiertage unserer Nachbarn kommen und gehen. Und besonders während meiner Studienzeit in Saarbrücken bedauerte ich irgendwie immer nicht mitfeiern zu können.

Doch dann kam es ganz dicke und geballt: die Fußballweltmeisterschaft 2006 fand in Deutschland statt. Und um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen, war eine der sechs Austragungsstädte meine Geburtsstadt Kaiserslautern. Die Mannschaften die in Kaiserslautern spielten waren Australien, Italien, Japan, Paraguay, Trinidad & Tobago, Saudi-Arabien, Spanien und natürlich die USA.

Nun bin ich nicht wirklich ein Fußballfan, aber ich hatte nach dem ersten Wochenende davon gehört, wie schön es auf der Fan-Meile und wie toll die Public-Viewing-Area gewesen seien. Neugierig wie ich bin, hies das dann für mich: Rucksack schnüren, mit einem der Fan-Züge von meiner Wahlheimat Saarbrücken in meine Heimatstadt Kaiserslautern und mal gucken gehen. Und plötzlich war ich für sechs Wochen Fußballfan!

Ich fieberte für Ghana, ich probierte jamaikanische Spezialitäten, ich prostete mit Australiern und ’nem Becher Bier auf das verlorene Spiel an, ich lies mich mit Menschen aus den verschiedensten Gegenden der Welt durch die gnadenlos überfüllte Innenstadt treiben, ich sprach in argentinische Nationalfarben gekleidete Besucher auf Spanisch an, die mir dann sagten sie wären deutsch und hätten das T-Shirt nur wegen der Farben gekauft.

Bei irgendeinem der Abende erwähnte ein Moderator der Public-Viewing-Area es wären über 200.000 Besucher in der Stadt. Das sind doppelt soviel Gäste wie Einwohner!

Ich hatte sowas noch nie erlebt. Wildfremde Menschen die zusammen feiern und Spaß haben, die sich oft nur mit einem Lachen verständigen konnten. Ja, das gab es tatsächlich. Und der Grund dafür war eine Sportart die ich eigentlich gar nicht mag. Noch als ich das hier schreibe krieg ich Gänsehaut. Diese Sommerparty hat damals meine Gefühlswelt und überraschenderweise das Bewusstsein meiner eigenen Nationalität völlig durcheinander gebracht.

Als das Ende näher rückte – Deutschland war schon lange ausgeschieden – hab ich mir Socken und eine Plastikblumengirlande in den Farben bleu-blanc-rouge gekauft. Mit mehreren 1000 anderen Deutschen und Franzosen verfolgte ich das Endspiel Frankreich-Italien auf dem Saarbrücker St. Johanner Markt. Und als Zizou (Zinédine Zidane) einem Italiener den Kopfstoß verpasste und vom Platz verwiesen wurde, packte ich (wie viele andere auch) meinen Rucksack wieder ein und ging traurig und leise weinend nach Hause. Abends hörte ich noch lange das Autohupen-Konzert der hiesigen Italiener und freute mich auch etwas für sie, aber mehr hätte ich mich über einen Sieg der Franzosen gefreut. Was wär das für eine Party gewesen auf dem St. Johannes Markt!

Und das war’s. Und es wird nie wieder so sein.

Was hängen blieb ist die Erinnerung an einen kurzen aber tollen Sommer mit vielen neuen Bekanntschaften aus fernen Ländern denen ich nie wieder begegnen werde, und ein korrigiertes Verständnis meiner eigenen Nationalität. Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen und hab mit Sicherheit auch die typischen Eigenarten eines Deutschen, die andere so merkwürdig finden. Aber ich glaube eben durch diese Erfahrung/Erkenntnis fühl ich mich in dieser heterogenen Gegend im Südwesten Deutschlands so wohl, und genieße gern und oft die Möglichkeit bei den Nachbarn einzukaufen, essen zugehen, Konzerte zu besuchen und vieles andere mehr. Ich kann nur hoffen, das es umgekehrt den Nachbarn genau so ergeht.

Die Socken in bleu-blanc-rouge zieh ich übrigens immer noch an.

Thomas, je suis Großregiónaliste

Serie Memories: Schwimmbadtag, 2014

11 Uhr. Der Sommer tut endlich das was er am besten kann und soll: heiß sein. Dann die rettende Idee. Mal spontan runter in die Wesch.
Um ins Kaiserslauterner Freibad „Waschmühle“ zu kommen, muss ich von Zuhause nur ca. einen Kilometer den Berg runter laufen. Durch den Wald runter ins schmale Eselsbachtal. Fünf Minuten in der Schlange am Eingang, satte 2.80 Euro zahlen und schon hab ich Ferien. Als ich das letzte mal da war, bin ich noch mit meiner Schülersaisonkarten rein, die kostete damals 12 D-Mark!
Und es war wieder wie früher in den heißen 80er-Jahre Sommern, nur ein bisschen anders. Der ganz leichte Chlorgeruch, die Geräusche, die liegenden Badenden auf der Liegewiese, die sitzenden Badenden auf den Stammgästeplätzen am Eingang. Alles beim Alten. Sogar die Betonfliesen rund ums Becken brutzeln einem immer noch die Hornhaut unter den Füßen weg, wenn man zu langsam geht oder die Badelatschen vergessen hat.

Direkt am Eingang fand ich meinen Sitz-/Liegeplatz auf dem Dach einer dieser neu gebauten Wasserreinigungsanlagen. Davon gibt es 3 die ganze Seite entlang und jede ragt ca. 7 bis 8 Meter in die riesige 165 mal 50 Meter große Wasserfläche rein. Und weil vorne rund, sieht das ganze aus wie der Bug eines Schiffes der die kalten Fluten durchbricht. Perfekt um die bekannteste Szene aus „Titanic“ 3-fach synchron nachzuspielen. Und dazu Celine Dions „My Heart will go on“ …!

Nur stehen da jetzt nicht Kate und Leonardo, sondern ein untersetzter Bademeister und sein Sonnenschirm. Herrlich. Deshalb geht die „Wesch“ auch nicht unter.
Am 5ten heißen Sommertag in Folge fiel der Sprung ins kalte Wasser nicht mehr schwer. Bei sagenhaften 25 Grad Wassertemperatur zur Mittagszeit kann die Wesch fast schon mit der Dom. Rep., Fuerteventura oder den Malediven kongruieren. Und nach der Erkenntnis das Schwimmen wie Fahrrad fahren ist (man verlernt es nie), wusste ich dann auch, das ich keine peinlich berührten Blicke auf mich ziehe. Nur am aktuellen Modediktat bin ich mit meiner Badehose gnadenlos gescheitert: Pink und Neonpink bei den jungen Damen, überlange Bermudashorts und Sonnenbrille bei den Jungs. Ja, auch im Wasser trägt man Brille, das Gesamt-Ensemble muss halt immer stimmen. Wieder an Land zeigt sich, was noch dazu gehört: das topmodische Maurer-Dekolleté, halb sichtbar über der tief sitzenden Baggy- Bermuda, manchmal sogar noch leicht kaschiert mit einer Unterhose. Oder is das die Badehose? Gehen die mit 2 Hosen übereinander ins Wasser? Bin ich tatsächlich schon ein Mid-Ager?

Einmal um das eine Ende des Beckenrandes flaniert, flirtet dann der typische Geruch von Schwimmbad-Fritten mit mir. Plötzlich hungrig gönnte ich mir das luxuriöse Tagesgedeck: „e roodi Körrie mid Pommes“. Sogar hier war noch alles beim Alten: die leicht unorganisierte mürrige Imbissverkäuferin, und die – wahrscheinlich seit der Eröffnung des Freibades vor etwas mehr als 100 Jahren – immer noch gleiche Speisenkarte. Die rote Bratwurst war innen fast weiß, aber die aus Kartoffelmehl gepressten Fettstäbchen waren super. Die kenn ich so nur aus dem Freibad und ohne die hätte ich nicht gehen dürfen.

Natürlich ist die Wesch über die Jahre ordentlich verändert und modernisiert worden: Neue Umkleidekabinen für die Stammgäste, das Becken ist mehrmals in der Form verändert worden und hat einen neuen Anstrich und Wasserdüsen im Boden bekommen, ein Segel als Sonnenschutz für das Kinderplanschbecken, eine erweiterte Spielwiese mit Beachvolleyball-Fläche und einer großzügigeren Auswahl an Rutsch- und Klettergerüsten. Ach, und die Namen der Kinder die sich zuweit weg wagen sind auch neu: „Tschäniss, net so weiid!“ Ich war halt schon lange nicht mehr hier.

So langsam senkt sich die Sonne und das Sprungbecken am westlichen Ende der Wasserfläche liegt im Schatten. Zeit für das nachmittägliche Entertainment-Programm: Bisher waren nur 1-, 3- und 5-Meter Brett des Sprungturmes zugänglich. Aber jetzt hat einer der Bademeister mit DLRG-Emblem auf dem Shirt das Schild an der Leiter zum 10-Meter Brett entfernt. Und schon stürmen die Mutigen hoch. Und die nicht ganz so Mutigen, deren Freundin unten im Wasser planscht, auch. Die neue Flamme soll ja beeindruckt und damit über die Ferien in’s nächste Schuljahr gerettet werden. Ich hänge unten im kühlen Nass am Absperrseil und genieße. Was es zu sehen gibt sind zum Großteil gekonnt inszenierte Arschbomben (heutzutage Splashdiving genannt), künstlerisch eingedreht oder auch schon mal mit Salto davor. Wer das ohne Blessuren überstanden hat, steht mit Sicherheit hoch im Kurs bei der nächsten Schülerparty.
Ich weiß nicht ob es das Gesetz noch gibt: wer einmal die Treppe hoch zum 10er ist muss auch wieder runter, aber nicht über die Treppe!

Nach einem Radler-Pils am Schwimmbad-Kiosk bin ich erholt und auch erschöpft und geh auf dem Weg nach Hause erstmal zum nächsten Drogeriemarkt. Ich hoffe die 10 Euro sind es wert und die After-Sun-Creme rettet mich nachträglich vor einem Sonnenbrand. Um sicher zugehen, pflege ich meine Haut noch von Innen mit dem Vitamin C einer Banane, versteckt unter 3 Kugeln Eis, Sahne und Schoko-Soße.

Nach zwei Stunden texten (Ergebnis liegt vor) und einem weiteren Radler-Pils merke ich leidlich, das eine Wiederholung trotz nachträglichem Sonnenschutz erstmal ein paar Tage warten muss. Und Schreibfehler in diesem Text sind entweder beabsichtigt oder der unbequemen Sitzhaltung in der Kühltruhe geschuldet.
Alles in allem: Die Ferien dauern noch an, also „Hopp in die Wesch“!

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